Bitcoin zeigt ein Muster, das zuletzt vor dem Bärenmarkt 2022 zu beobachten war

Die jüngste Kursentwicklung von Bitcoin lässt einen unangenehmen Vergleich wieder aufleben, an den sich viele Händler nur zu gut erinnern – den Übergang vom Bullenmarkt 2021 zum Bärenmarkt 2022.
Obwohl das Marktumfeld heute anders ist, reihen sich mehrere technische Signale auf eine Weise aneinander, die vertraut wirkt, insbesondere im wöchentlichen Zeitrahmen.
Wichtige Erkenntnisse
- Das wöchentliche RSI-Verhalten von Bitcoin ähnelt stark den frühen Bärenmarktphasen früherer Zyklen.
- Zwei größere Korrekturen im Jahr 2025 folgten einem bekannten Divergenzmuster, das bereits 2021 zu beobachten war.
- Die aktuellen RSI-Niveaus deuten eher auf die Voraussetzungen für eine mögliche Erholung als auf eine vollständige Umkehr hin.
- Die Zone zwischen 91.000 und 93.000 US-Dollar könnte als vorwegnehmende bärische erneute Testphase dienen, wenn höhere Niveaus nicht erreicht werden.
Im Mittelpunkt der Diskussion steht die Dynamik. In der Endphase des Bullenzyklus 2021 verzeichnete Bitcoin zwei deutliche bärische RSI-Divergenzen im überkauften Bereich. Auf jedes dieser Signale folgte eine tiefe Korrektur von mehr als 50 Prozent, bevor sich eine bedeutende Trendumkehr abzeichnete. Diese Bewegungen markierten den Beginn einer längeren Bärenphase und waren keine einfachen Rückgänge.
Ein ähnlicher Rhythmus zeichnet sich nun auch im aktuellen Zyklus ab. Bitcoin erlebte im Jahr 2025 bereits zwei bemerkenswerte Rückgänge, zuerst im ersten Quartal und dann erneut im dritten Quartal. Diese Rückgänge waren zwar weniger stark als 2021, folgten jedoch dem gleichen Muster einer Abschwächung der Dynamik und gescheiterten Versuchen, frühere Höchststände zurückzugewinnen. Wichtig ist, dass beide Bewegungen stattfanden, nachdem sich bereits bärische RSI-Divergenzen gebildet hatten.
Das wöchentliche Momentum spiegelt nun das frühe Verhalten des Bärenmarktes wider
Eine der auffälligsten Ähnlichkeiten liegt im wöchentlichen RSI-Verhalten. Sowohl 2021 als auch 2022 fiel der wöchentliche RSI von Bitcoin nach der zweiten großen Korrektur unter die Marke von 50. Von dort aus stabilisierte sich der Preis, während sich der RSI im Bereich von 30 bis 40 einpendelte, was schließlich zu einer Gegenbewegung führte, bevor sich die allgemeine Baisse fortsetzte.
Anfang 2026 bewegt sich der wöchentliche RSI in der Nähe der niedrigen 30er-Marke, während Bitcoin um die 80.000-Dollar-Marke gehandelt wird. Historisch gesehen hat diese Zone als Druckpunkt fungiert, an dem die Abwärtsdynamik zumindest vorübergehend nachzulassen beginnt. Dies signalisiert nicht automatisch das Ende eines Abwärtstrends, deutet jedoch auf Bedingungen hin, unter denen eine Erholungsrallye immer wahrscheinlicher wird.
Wenn sich die Geschichte wiederholt, könnte die aktuelle Konstellation eher die Aufbauphase einer Schwungerholung als eine vollständige Trendumkehr darstellen. In vergangenen Zyklen traten diese Erholungen oft auf, wenn die Stimmung am schwächsten war und die Erwartungen stark nach unten tendierten.
Der Kampf um die bärische Retest-Zone
Eine weitere wichtige Ähnlichkeit ergibt sich aus dem Verhalten von Bitcoin in Bezug auf die Fibonacci-Retracement-Niveaus während früherer Zyklusübergänge. Im Jahr 2021 erwarteten Händler weitgehend, dass der Preis das psychologisch wichtige Niveau von 50.000 USD erneut testen würde, was mit dem 0,5-Retracement übereinstimmte. Dieses Niveau wurde jedoch nie erreicht. Stattdessen kehrte Bitcoin um das 0,382-Retracement bei 47.000 USD herum nach unten und übertraf damit effektiv das Konsensziel.
Eine vergleichbare Situation entwickelt sich derzeit. Viele Marktteilnehmer beobachten den Bereich um 98.000 USD als nächsten wichtigen bärischen Test, der mit dem 0,382-Retracement der letzten Bewegung übereinstimmt. Das 0,5-Niveau liegt sogar noch höher, bei 103.000 USD, und wird oft als maximale Zone für eine korrigierende Rallye in einem sich entwickelnden Abwärtstrend angesehen.
Die Geschichte zeigt jedoch, dass Bitcoin dem Markt nicht immer das gibt, was er erwartet. Es gibt zunehmend Argumente dafür, dass der Preis deutlich unter 98.000 USD stagnieren könnte, insbesondere wenn sich die Dynamik nicht deutlich verbessert. In diesem Szenario gewinnt der Bereich zwischen 91.000 und 93.000 USD zunehmend an Bedeutung. Dieser Bereich umfasst das 0,236-Retracement und liegt nahe dem Jahreseröffnungskurs, was ihn zu einer natürlichen Zone für Verkäufer macht, um die Kontrolle zurückzugewinnen.
Was würde die Aussichten ändern?
Zwar dominieren derzeit technische Diskussionen über bärische Retest-Szenarien, doch sind diese nicht in Stein gemeißelt. Ein anhaltender Tages- oder höherer Zeitrahmen-Schlusskurs über dem Jahreseröffnungskurs würde die Argumente für eine flache Erholung deutlich schwächen und den Weg zu höheren Retracement-Niveaus wieder öffnen. Bis dahin dürften Rallyes eher als korrigierend denn als impulsiv angesehen werden.
Derzeit scheint der Markt zwischen einem nachlassenden Abwärtsmomentum und einem Mangel an klaren bullischen Bestätigungen gefangen zu sein. Wenn der Vergleich mit 2022 weiterhin zutrifft, könnte sich Bitcoin einer Phase nähern, in der die Volatilität abnimmt, die Stimmung fragil bleibt und kurzfristige Erholungen vorübergehende Entlastung bieten, bevor sich die nächste entscheidende Bewegung abzeichnet.
Die in diesem Artikel enthaltenen Informationen dienen ausschließlich Bildungszwecken und stellen keine Finanz-, Anlage- oder Handelsberatung dar. Coindoo.com unterstützt oder empfiehlt keine bestimmte Anlagestrategie oder Kryptowährung. Führen Sie immer Ihre eigenen Recherchen durch und konsultieren Sie einen zugelassenen Finanzberater, bevor Sie Anlageentscheidungen treffen.











