JPMorgan signalisiert Kaufgelegenheit, da Spannungen im Nahen Osten die Märkte erschüttern

Die Marktturbulenzen im Zusammenhang mit dem eskalierenden Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran sollten laut den Strategen von JPMorgan Chase eher als Einstiegsmöglichkeit denn als Warnsignal betrachtet werden.
Wichtige Erkenntnisse
- JPMorgan sieht den durch den Konflikt ausgelösten Ausverkauf als Kaufgelegenheit.
- Energie- und Verteidigungsaktien gelten als Hauptnutznießer.
- Der Ölpreisanstieg könnte nachlassen, während Gold aufgrund der Risikoneigung weiter zulegen könnte.
- Einige regionale Wachstumsprognosen wurden nach unten korrigiert, und kurzfristige Zinssenkungen erscheinen weniger wahrscheinlich.
Mislav Matejka riet Kunden, den jüngsten Rückgang als taktische Gelegenheit zu betrachten, um Engagements in Aktien und ausgewählten Rohstoffen aufzubauen.
Die Botschaft der Bank ist klar: Die Geschichte zeigt, dass geopolitische Schocks zwar kurzfristig zu Volatilität führen, aber selten den allgemeinen Marktzyklus aus der Bahn werfen.
Warum JPMorgan zum „Kauf bei Kursrückgängen” aufruft
Matejka argumentiert, dass die Unruhen im Nahen Osten wahrscheinlich keine dauerhaften Schäden für den Markt verursachen werden. Politische Zeitpläne – darunter die bevorstehenden US-Zwischenwahlen im November 2026 – könnten als stabilisierende Kraft wirken und die Dauer der Risikoaversion begrenzen.
Das Unternehmen verweist auch auf die robusten Fundamentaldaten der Aktien. In vergangenen Krisen, darunter die Golfkriege, verzeichnete der S&P 500 in den Monaten nach den ersten Schocks Gewinne von etwa 14 bis 16 %. JPMorgan geht davon aus, dass sich diesmal ein ähnliches Muster abzeichnen könnte.
Für Anleger mit einem Zeithorizont von 3, 6 oder 12 Monaten empfiehlt die Bank, die Schwäche zu nutzen, um schrittweise Engagements aufzubauen, anstatt sich zurückzuziehen.
Energie und Verteidigung als „Konfliktführer”
JPMorgan behält seine konstruktive Einschätzung für Aktien insgesamt bei, hebt jedoch Energie, Verteidigung und Cybersicherheit als Hauptnutznießer des aktuellen Umfelds hervor.
Im Energiesektor favorisiert die Bank Unternehmen wie Shell, ExxonMobil und Chevron. Außerdem stufte sie die europäischen Ölkonzerne Eni und TotalEnergies auf „Übergewichten” hoch.
Im Verteidigungsbereich gehören Lockheed Martin, Northrop Grumman und RTX zu den bevorzugten Titeln. Weitere Empfehlungen sind das Energiedienstleistungsunternehmen National Energy Services Reunited, das auf Infrastruktur spezialisierte Unternehmen Forgent Power Solutions und der KI-gestützte Rüstungskonzern Palantir Technologies.
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Ölpreisanstieg als vorübergehend angesehen, Risikoprämie für Gold steigt
Die Ölpreise stiegen nach den jüngsten Angriffen zunächst um rund 13 %, aber JPMorgan geht davon aus, dass der Anstieg nachlassen wird, da das reichliche globale Angebot die geopolitischen Störungen ausgleichen könnte.
Gold könnte jedoch eine stärkere Nachfrage verzeichnen. Analysten gehen von einer kurzfristigen Risikoprämie von 5–10 % aus, mit einem potenziellen Jahresendziel von 6.300 USD pro Unze, sollten die Spannungen anhalten.
Im Währungsbereich hat die Bank taktisch empfohlen, Long-Positionen in Euro-Dollar aufzulösen, da höhere Energiepreise in der Regel den US-Dollar stärken.
Wachstumsrückgänge und veränderte Zinsaussichten
Obwohl JPMorgan die Märkte konstruktiv einschätzt, hat die Bank einige Makroprognosen angepasst. Die Bank senkte ihre Prognose für das Nicht-Öl-BIP-Wachstum der Golf-Kooperationsstaaten für 2026 um 0,3 Prozentpunkte aufgrund von Geschäftsunterbrechungen im Zusammenhang mit dem Konflikt.
Außerdem rechnet sie nicht mehr mit einer Zinssenkung durch die Bank of Israel oder die türkische Zentralbank im März, da sie einen Inflationsdruck aufgrund höherer Energiekosten erwartet.
Insgesamt basiert die Strategie von JPMorgan auf einem bekannten Muster: Geopolitische Schocks können die Märkte kurzfristig erschüttern, aber für langfristige Anleger schafft Volatilität oft Chancen statt dauerhafter Schäden.
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