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Große US-Banken geben diese Woche ihre Gewinne bekannt, während die Wall Street die Ziele für 2026 im Blick hat

Große US-Banken geben diese Woche ihre Gewinne bekannt, während die Wall Street die Ziele für 2026 im Blick hat

Die Berichtssaison der US-Banken beginnt diese Woche, und die Anleger beobachten mehr als nur die Quartalsgewinne. Da die Aufsichtsbehörden eine deutlich lockerere Haltung gegenüber dem Finanzsektor einnehmen, gehen die größten Banken des Landes in eine Berichtssaison, die ihre Leistungsziele – und möglicherweise auch ihre Aktienbewertungen – bis 2026 neu definieren könnte.

Der Berichtskalender beginnt am Dienstag mit JPMorgan Chase & Co., gefolgt von Bank of America Corp., Citigroup Inc. und Wells Fargo & Co. am Mittwoch. Goldman Sachs Group Inc. und Morgan Stanley schließen die Woche am Donnerstag ab.

Wichtige Erkenntnisse

  • In dieser Berichtssaison geht es mehr um zukünftige Rentabilitätsziele als um kurzfristige Ergebnisse.
  • JPMorgan und Morgan Stanley sind bereits als Marktführer eingepreist, während Bank of America, Citi und Wells Fargo bei einer besseren Umsetzung mehr Aufwärtspotenzial haben.
  • Ein weniger strenger regulatorischer Rahmen könnte bis 2026 höhere Renditen und stärkere Bankaktien begünstigen.

In der Berichtssaison geht es um mehr als nur um Quartalsergebnisse

Während die meisten großen US-Unternehmen die Konsensschätzungen für die Gewinne in der Regel übertreffen, haben die Ergebnisse der Banken ein zusätzliches Gewicht. In dieser Zeit bestätigen oder revidieren die Managementteams in der Regel ihre längerfristigen Rentabilitätsziele, was einen stärkeren Einfluss auf die Aktienkurse haben kann als die Quartalszahlen selbst.

Bei den Banken stehen dabei oft die Rendite auf das materielle Eigenkapital (ROTCE) im Mittelpunkt. Änderungen dieser Ziele können die Erwartungen der Anleger für Jahre und nicht nur für Quartale neu justieren.

Warum die ROTCE wieder im Fokus steht

Die ROTCE misst, wie effizient eine Bank mit ihrem Kernkapital Gewinne erzielt, wobei Vorzugsaktien und immaterielle Vermögenswerte unberücksichtigt bleiben. In den letzten Jahren haben die Stresstests der Federal Reserve die Möglichkeiten der Banken, ihr Kapital aggressiv einzusetzen, effektiv begrenzt.

Jetzt, da die Kapitalausstattung deutlich über den erforderlichen Mindestanforderungen liegt, haben die Banken mehr Flexibilität. Höhere Dividenden und fortgesetzte Aktienrückkäufe sind zu zentralen Instrumenten geworden, um die ROTCE zu steigern, die Anzahl der Aktien zu senken und das Wachstum des Gewinns pro Aktie zu unterstützen.

Führende Unternehmen versus Aufholkandidaten

Einige der größten Banken arbeiten bereits an oder über ihren erklärten Rentabilitätszielen. JPMorgan und Morgan Stanley fallen eindeutig in diese Kategorie, was erklärt, warum sie im Vergleich zu ihren Mitbewerbern mit einem Aufschlag gehandelt werden. Goldman Sachs liegt ebenfalls nahe der Mitte seines Zielbereichs, unterstützt durch starke Kapitalmarktaktivitäten.

Die umstrittenere Chance liegt bei der Bank of America, Citigroup und Wells Fargo. Alle drei liegen noch unter ihren eigenen ROTCE-Zielen, sodass Raum für Verbesserungen besteht, wenn das Management diese umsetzen kann. Im Fall von Wells Fargo hat die Aufhebung von Wachstumsbeschränkungen die Erwartungen geweckt, dass sich die Rentabilität endlich beschleunigen könnte.

Bewertungen deuten auf ungleiche Erwartungen hin

Die Marktpreise spiegeln diese Kluft wider. Banken mit den stärksten ROTCE-Ergebnissen der letzten Zeit erzielen die höchsten Kurs-Buchwert-Verhältnisse und Forward-Gewinn-Multiplikatoren. Diejenigen, die noch auf ihre Ziele hinarbeiten, werden trotz relativ optimistischer Analystenstimmung mit niedrigeren Bewertungen gehandelt.

Citigroup sticht innerhalb dieser Gruppe hervor. Nach Jahren der Umstrukturierung und des Abbaus von Geschäften mit geringerer Rendite wird die Aktie knapp über dem materiellen Buchwert und mit dem niedrigsten Forward-Gewinn-Multiple unter den Großbanken gehandelt. Die Anleger konzentrieren sich zunehmend darauf, ob die bevorstehenden Prognosen eine nachhaltige Trendwende bestätigen können.

Ein freundlicheres Umfeld für 2026

Über die Strategien einzelner Banken hinaus könnte sich das allgemeine Umfeld als unterstützend erweisen. Eine weniger strenge Regulierung unter der aktuellen US-Regierung könnte die langfristigen Kapitalbeschränkungen lockern, während stärkere Transaktionsaktivitäten, Handelsaktivitäten und Vermögensverwaltungsströme die Gebühreneinnahmen in der gesamten Branche steigern würden.

Wenn diese Woche die Gewinne veröffentlicht werden, werden die Märkte nicht nur genau auf die Gewinnzahlen achten, sondern auch darauf, wie zuversichtlich die Führungskräfte der Banken über den Kapitaleinsatz, die Rentabilitätsziele und die Wachstumspläne sprechen. Diese Signale könnten letztlich die Entwicklung der Bankaktien bis weit ins Jahr 2026 hinein beeinflussen.


Die in diesem Artikel enthaltenen Informationen dienen ausschließlich Bildungszwecken und stellen keine Finanz-, Anlage- oder Handelsberatung dar. Coindoo.com unterstützt oder empfiehlt keine bestimmten Anlagestrategien oder Kryptowährungen. Führen Sie immer Ihre eigenen Recherchen durch und konsultieren Sie einen lizenzierten Finanzberater, bevor Sie Anlageentscheidungen treffen.

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Reporter at Coindoo

Alexander Zdravkov ist jemand, der immer nach dem Sinn hinter den Dingen sucht. Er hat mehr als drei Jahre Erfahrung im Kryptobereich, wo er geschickt neue Trends in der Welt der digitalen Währungen erkennt. Ob er nun fundierte Analysen oder tägliche Berichte zu allen Themen liefert, sein tiefes Verständnis und seine Begeisterung für das, was er tut, machen ihn zu einem wertvollen Mitglied des Teams.

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