Gold konsolidiert sich auf Rekordniveau, während Silber weiterhin unter Druck steht

Gold und Silber halten sich nahe dem Höchststand einer aggressiven Rallye, wobei Gold bei etwa 4.725 USD/Unze und Silber bei etwa 95 USD notiert, da die Märkte steigende geopolitische Risiken und erneute Handelskriegsängste einpreisen.
Die Nachfrage nach Edelmetallen stieg, nachdem Donald Trump damit gedroht hatte, ab dem 1. Februar eskalierende Zölle gegen acht europäische Länder zu verhängen, sofern die USA nicht Grönland kaufen dürfen, was erneut Befürchtungen hinsichtlich eines neuen globalen Wachstumsschocks schürte.
Wichtige Erkenntnisse
- Gold bewegt sich nach einem starken Anstieg auf Rekordhöhen weiterhin um die Marke von 4.725 USD/Unze.
- Silber konsolidiert sich nach einem mehrtägigen starken Anstieg bei etwa 95 USD.
- Die technischen Indikatoren zeigen eine Abkühlung der Dynamik, aber keinen Einbruch – bislang eher eine Konsolidierung als eine Umkehr.
- Die makroökonomischen Rahmenbedingungen bleiben günstig: Zollrisiko, Erwartungen hinsichtlich Zinssenkungen, Käufe durch Zentralbanken und Zuflüsse in ETFs.
Der UBS-Analyst Giovanni Staunovo führte diese Entwicklung auf Wachstumssorgen im Zusammenhang mit Zollandrohungen und Erwartungen niedrigerer US-Zinsen zurück und erklärte, dass diese Faktoren Gold zu neuen Höchstständen treiben. Gold ist in den ersten 20 Tagen des Jahres 2026 um 9,5 % gestiegen und seit Beginn der zweiten Amtszeit von Trump um mehr als 70 %, unterstützt durch geopolitische Spannungen, Erwartungen einer Lockerung, Käufe der Zentralbanken und Zuflüsse in ETFs.
Technisches Bild: Ausbruch, dann Konsolidierung
Gold (XAUUSD): Der Chart zeigt einen deutlichen Regimewechsel nach einem starken Aufwärtsimpuls um den 18. Januar, der den Preis in einen höheren Bereich hob und dann auf 4.700 USD beschleunigte. Der Preis konsolidiert sich nun bei 4.725 USD, was darauf hindeutet, dass der Markt die Gewinne konsolidiert, anstatt in den vorherigen Bereich zurückzufallen.

Die Momentum-Indikatoren stimmen mit dieser „Abkühlung, keine Umkehr”-Konstellation überein. Der RSI ist gemischt, mit einem schnellen Wert von fast 58,9, während der breitere RSI-Wert näher bei 44,1 liegt – eine Kombination, die oft auftritt, wenn eine starke Bewegung an Geschwindigkeit verliert, aber noch nicht zu einer vollständigen Trendwende geführt hat. Der MACD ist schwach/negativ geworden (Histogramm unter Null), was in der Regel auf ein nachlassendes Aufwärtsmomentum hindeutet und die Wahrscheinlichkeit einer Seitwärtskonsolidierung – oder eines leichten Rückgangs – vor der nächsten Richtungsbewegung erhöht.
Der wichtigste technische Fokus liegt darauf, ob sich Gold über der Zone nach dem Ausbruch (etwa im Bereich von 4.600 bis 4.700 USD) halten kann. Solange der Preis hoch bleibt und den Ausbruch nicht vollständig zurücknimmt, bleibt die Trendstruktur konstruktiv.
Silber (XAGUSD): Auch der Silberchart zeigt einen starken Aufwärtstrend, wobei der Preis derzeit bei etwa 95,05 $ liegt und wiederholt die Obergrenze der jüngsten Spanne testet. Im Gegensatz zum explosiveren vertikalen Anstieg des Goldpreises gleicht der Anstieg des Silberpreises eher einer stetigen Treppe nach oben, gefolgt von einer engen Konsolidierung in der Nähe der Höchststände.

Das Momentum bleibt bei Silber stärker als bei Gold. Der RSI liegt bei etwa 51,1 mit einem sekundären Wert von fast 57,2, was typischerweise mit einem Aufwärtstrend übereinstimmt, der nicht stark überdehnt ist. Der MACD ist nahezu flach/leicht negativ (ein kleiner Rückgang des Momentums), was wiederum eher auf ein Konsolidierungsrisiko als auf einen klaren Einbruch hindeutet.
Die Nachfrage nach sicheren Häfen steigt mit zunehmendem politischen Risiko
Die makroökonomischen Rahmenbedingungen bleiben weiterhin sehr günstig. Die Instabilität in Politik und Wirtschaft treibt Anleger in traditionelle Wertanlagen, während die Erwartung niedrigerer Zinsen die Opportunitätskosten für das Halten von nicht verzinslichen Metallen senkt. Die Anleger beobachten außerdem ein Verfahren vor dem Obersten Gerichtshof der USA, das klären könnte, ob ein Präsident die Gouverneure der Federal Reserve nach Belieben entlassen kann, was die institutionelle Unsicherheit weiter erhöht.
Silber hat über den Aspekt der sicheren Anlage hinaus zusätzliche strukturelle Unterstützung. Nach einem Anstieg von 147 % im Jahr 2025 ist das Metall seit Jahresbeginn um 33,7 % gestiegen, unterstützt durch seine Einstufung als kritisches Mineral in den USA und ein anhaltendes Marktdefizit bei steigender Nachfrage.
Staunovo sagte, dass UBS weiterhin weiteres Aufwärtspotenzial sieht, mit einem Ziel von 5.000 USD/Unze für Gold. Aus technischer Sicht deuten die Charts dasselbe in einer anderen Sprache an: Beide Metalle haben einen Aufwärtstrend verzeichnet, und obwohl sich die Dynamik abkühlt, hält sich der Preis weiterhin in der Nähe der Höchststände – ein Umfeld, das oft entweder mit einem anhaltenden Aufwärtstrend oder einer kontrollierten Korrektur vor der nächsten Etappe endet.
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