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Ethereum

Die Ethereum Foundation kündigt eine Initiative zum Staking von 70.000 ETH an, um Verkaufsaktivitäten zu ersetzen

Die Ethereum Foundation kündigt eine Initiative zum Staking von 70.000 ETH an, um Verkaufsaktivitäten zu ersetzen

Die Ethereum Foundation hat sich entscheidend von ihrer langjährigen Geschäftspraxis gelöst.

Wichtige Erkenntnisse

  • Die Ethereum Foundation setzt ~70.000 ETH (~140 Mio. USD) ein, um den Betrieb durch Erträge zu finanzieren, anstatt Bestände zu verkaufen
  • Die Initiative wurde am 24. Februar 2026 gestartet, die vollständige Infrastruktur wurde am 9. März 2026 bekannt gegeben
  • Der erwartete Jahresertrag von 1.900 bis 2.200 ETH beseitigt den chronischen Druck durch „Verkaufssignale” auf den Märkten
  • Dieser Schritt signalisiert eine strukturelle Verlagerung hin zu langfristiger finanzieller Unabhängigkeit für die Stiftung.

Anstatt regelmäßig ETH zu verkaufen, um Kosten zu decken – eine Gewohnheit, die die Märkte verunsicherte und anhaltende Kritik aus der Community hervorrief –, legt die Stiftung nun rund 70.000 ETH in Validatoren an und lebt von den Erträgen.

Die Infrastruktur wurde am 24. Februar 2026 mit einer Ersteinlage von 2.016 ETH in Betrieb genommen. Der volle Umfang der Initiativewurde am 9. März 2026 bekannt gegeben, als die unterstützenden Tools und Strategiedetails offiziell veröffentlicht wurden. Bei den aktuellen Bewertungen beläuft sich die gestakte Position auf etwa 140 Millionen US-Dollar.

Ein neues Finanzierungsmodell

Die Mechanismen sind einfach. Das Staking dieses ETH-Volumens zu den aktuellen Zinssätzen – geschätzt zwischen 2,8 % und 3,1 % – wird voraussichtlich zwischen 1.900 und 2.200 ETH pro Jahr einbringen. Diese Erträge fließen zurück in die Kasse, um die Protokollforschung, Ökosystem-Zuschüsse und die Finanzierung öffentlicher Güter zu decken, sodass es nicht mehr notwendig ist, den Verkauf von ETH an die Marktbedingungen anzupassen.

Die Stiftung nutzt Dirk und Vouch, Open-Source-Tools, die von Attestant – jetzt unter Bitwise Onchain Solutions tätig – entwickelt wurden, um die Validator-Einrichtung zu verwalten. Die verteilte Signaturachitektur wurde entwickelt, um einzelne Fehlerquellen zu beseitigen, eine technische Entscheidung, die Analysten als potenziellen Maßstab für Staking-Operationen im institutionellen Maßstab angesehen haben.

Auswirkungen auf den Markt

Für Händler hat diese Veränderung praktische Bedeutung. Die regelmäßigen Verkäufe der Stiftung wurden weithin als bärische Signale interpretiert, wobei einige Analysten eine historische Korrelation zwischen EF-Liquidationen und lokalen Preisspitzen feststellten. Durch die Bindung von 38 % der liquiden ETH-Bestände im Staking wird dieser Angebotsüberhang – zumindest aus dieser Quelle – beseitigt und die Art von reflexartigen Verkäufen reduziert, die die Preisentwicklung von ETH seit Jahren überschatten.

Analysten von MEXC und KuCoin haben diese Maßnahme als strukturell positiv für die Marktstimmung bezeichnet und argumentieren, dass sie eine wiederkehrende Unsicherheit beseitigt, für die es unter dem bisherigen Modell keine klare Lösung gab.

Zeitpunkt und Kontext

Die Ankündigung steht in einem unangenehmen Kontrast. Mitbegründer Vitalik Buterin verkaufte allein im Februar 2026 über 10.700 ETH, um verschiedene Ökosystem-Projekte zu finanzieren – ein Hinweis darauf, dass die Disziplin auf Stiftungsebene und individuelles Handeln nicht immer Hand in Hand gehen. Buterin hat zuvor die Risiken des Staking als Grund für Vorsicht angeführt, obwohl er seitdem seine Unterstützung für gemilderte Staking-Ansätze, wie sie derzeit eingesetzt werden, bekundet hat.

Die Initiative setzt die im Juni 2025 verabschiedete Treasury Policy formell um, die Grundsätze für Open-Source-Infrastruktur, genehmigungsfreie Teilnahme und operative Nachhaltigkeit festlegt. Die Stiftung beschreibt den Ansatz als im Einklang mit den sogenannten „Defipunk”-Werten – eine Formulierung, die den Schritt als ideologisch konsistent und nicht nur als finanziell pragmatisch positioniert.

Weiterreichende Bedeutung

Über die Zahlen hinaus geht die Ethereum Foundation mit dieser Umstellung auf eine seit langem bestehende Glaubwürdigkeitslücke ein. Jahrelang stellten Kritiker die Frage, warum eine Organisation, die mit der Verwaltung eines Proof-of-Stake-Netzwerks betraut ist, ihre eigenen Bestände weitgehend zurückhält. Das Staking von 70.000 ETH beantwortet zwar nicht alle Einwände, schließt aber den offensichtlichsten aus.

Ob das von ihr eingeführte verteilte Validierungsmodell zum Industriestandard wird, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch, dass die Stiftung ihre Finanzen so umstrukturiert hat, dass sie nicht mehr in den Markt verkaufen muss, zu dessen Aufrechterhaltung sie beiträgt – eine Veränderung, deren Auswirkungen weit über die eigene Bilanz hinausreichen.


Die in diesem Artikel enthaltenen Informationen dienen ausschließlich Bildungszwecken und stellen keine Finanz-, Anlage- oder Handelsberatung dar. Coindoo.com unterstützt oder empfiehlt keine bestimmte Anlagestrategie oder Kryptowährung. Führen Sie immer Ihre eigenen Recherchen durch und konsultieren Sie einen zugelassenen Finanzberater, bevor Sie Anlageentscheidungen treffen.

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Reporter at Coindoo

Alexander Zdravkov ist jemand, der immer nach dem Sinn hinter den Dingen sucht. Er hat mehr als drei Jahre Erfahrung im Kryptobereich, wo er geschickt neue Trends in der Welt der digitalen Währungen erkennt. Ob er nun fundierte Analysen oder tägliche Berichte zu allen Themen liefert, sein tiefes Verständnis und seine Begeisterung für das, was er tut, machen ihn zu einem wertvollen Mitglied des Teams.

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